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Dokumentation & Hintergründe
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Presse

Ecke Turmstraße (02/2016): Gute Geschäfte machen – Einzelhandel im Umbruch

Geschäftsstraßenmanagement Berlin-Moabit

Auf offener Straße:

Geschäftsstraßen gemeinsam gestalten


In einer Geschäftsstraße gibt es viele Einzelhändler, die in der Regel sprichwörtlich einzeln handeln. Ihre einzige Gemeinsamkeit ist die gleiche Adresse, aber ansonsten haben die Händler häufig wenig miteinander zu tun – und schon gar nicht mit der sozialen Infrastruktur oder den Kulturschaffenden aus der Umgebung. Dabei brauchen gute Geschäfte auch eine gute Nachbarschaft! Das Geschäftsstraßenmanagement will das ändern, die Akteure einer Straße vernetzen und zu gemeinsamen Aktionen motivieren. Zum Beispiel in der Turmstraße in Berlin Moabit.

Die Turmstraße ist eine traditionelle Geschäftsstraße mit wechselhafter Geschichte und ein wichtiger Standort für die Nahversorgung in Moabit. Über 500 Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleister sowie bedeutende öffentliche Einrichtungen sind rund um das Rathaus Moabit ansässig. Aufgrund von sogenannten Funktions- und Bedeutungsverlusten der Turmstraße wird seit 2008 die Gebietsentwicklung mit erheblichen Mitteln des Bundes und des Landes Berlin gefördert. In diesem Zusammenhang wurde 2011 ein Geschäftsstraßenmanagement eingerichtet. Es verfolgt das Ziel, die Turmstraße als Einzelhandelsschwerpunkt für den Stadtteil zu sichern, die gewerbliche Struktur zu stärken und ein Händlernetzwerk aufzubauen. Als Grundlage hierfür wurde 2013 das „Zentrumskonzept zur Stärkung und Steuerung von Einzelhandel, Dienstleistung und Gastronomie im Stadtteilzentrum Turmstraße“ vorgelegt.

  • »Wir verstehen uns als Vermittler zwischen dem einzelnen Laden und der Verwaltung. Wir stellen die Menschen in den Mittelpunkt, weniger die Zahlen...«

Vor einem Jahr hat sich die „Turmstraßen Initiative Moabit“ (TIM) gebildet. Hier treffen sich regelmäßig Händler, Gastronomen, Kulturschaffende und soziale Einrichtungen aus dem Gebiet. Unterstützt vom Büro „die raumplaner“ hat die TIM schon im ersten Jahr verschiedene Aktionen in der Nachbarschaft organisiert, z. B. ein Kiezfest und eine Weihnachtsbaumaktion. Eine Kiezkarte mit Geschäften, Restaurants und Ateliers in Moabit wurde genauso produziert wie die TurmTüte, eine Einkaufstasche aus Papier. Für die Zukunft sind ein gemeinsamer Internetauftritt sowie weitere öffentlichkeitswirksame Aktionen geplant.

Die größte Herausforderung für Initiativen wie TIM liegt darin, möglichst viele Händler zu motivieren, sich an der Vernetzung aktiv zu beteiligen, um „die Realität der Straße“ abzubilden. Viele Unternehmen machen jedoch nur bei einzelnen temporären Aktionen mit, engagieren sich aber nicht dauerhaft und verbindlich. Daher braucht es für den Aufbau eines solchen Netzwerkes professionelle Koordinatoren, die Akteure motivieren und vernetzen sowie Aktivitäten koordinieren. Die Händler alleine könnten diese Aufgabe neben ihrem Kerngeschäft, also dem eigenen Laden nicht leisten. „Wir verstehen uns als Vermittler zwischen dem einzelnen Laden und der Verwaltung. Wir stellen die Menschen in den Mittelpunkt, weniger die Zahlen“, beschreibt Georg Thieme seine Aufgabe als Geschäftsstraßenmanager im Auftrag des Bezirksamtes.

Impressionen von der Veranstaltung „Auf offener Straße – Stadtplanung in Moabit“ am 13.1.2016 mit Georg Thieme (die raumplaner / Geschäftsstraßenmanagement).

Auch die Frage nach der Verbindlichkeit der Zusammenarbeit ist von zentraler Bedeutung für Bündnisse von Geschäftsleuten. Soll es nur ein loses Netzwerk geben oder braucht es eine verbindliche Struktur, etwa einen Verein? Viele Händler scheuen die Gründung von Vereinen wegen der formalen Voraussetzungen. Denn schon die Netzwerkarbeit und Aktionen bedeuten erheblichen Mehraufwand neben dem eigenen Geschäft. Daher muss neben dem Aufwand insbesondere der Nutzen solcher Aktivitäten deutlich werden, z. B. Kooperationen mit benachbarten Unternehmen oder gemeinsame Werbung für den Standort. Damit auch in der Turmstraße weiterhin gute Geschäfte gemacht werden können.

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