Geschäftsstraßenmanagement Lübeck

Gemeinsam 1a:

Die Lübecker Hüxstraße


Die Hüxstraße in der historischen Lübecker Altstadt ist ein besonderes Pflaster. Direkt um die Ecke von den zentralen Geschäftsstraßen, sind die Gewerbeflächen hier eher klein, die Immobilien befinden sich im privaten Einzeleigentum und die Geschäfte sind größtenteils inhabergeführt. Außerdem wir in dieser Straße nicht nur gehandelt, sondern auch gewohnt. Und die Geschäfte bieten besondere Produkte, die sonst nirgendwo in der Stadt zu finden sind.

Die Initiative zur Gründung der Interessensgemeinschaft Hüxstraße in 1995 ging von einigen Händlern aus. Sie hatten schon damals erkannt, dass sie gemeinsam etwas für ihre Straße machen müssen. Heute liegt der Organisationsgrad bei ca. 80 Prozent der Betriebe. Aktiv waren in der IG aber immer schon nur Wenige. Viele Mitglieder zahlen ihren monatlichen Beitrag, engagieren sich aber kaum für die aktive Zusammenarbeit. Das liegt auch an dem besonderen Charakter der Straße, wie Andreas Pahlke von der Interessengemeinschaft weiß: „Die Hüxstraße ist eine Straße von Individualisten! Das bedeutet eben auch, dass einheitliche Öffnungszeiten nicht durchsetzbar sind und die gemeinsame Abstimmung schwierig ist.“

  • »Die Hüxstraße ist eine Straße von Individualisten!«

  • »Es braucht Zeit und Persönlichkeiten!«

  • »Kommunikation und sinnliche Erfahrungen sind von Bedeutung...«

Trotz sehr positiver Entwicklung und großer Nachfrage nach den Ladenlokalen, bleibt für die Aktiven in der Interessengemeinschaft immer viel zu tun. „Das Image der Hüxstraße ist extrem gut. Das bedeutet aber nicht, dass die Straße jeden Tag voller Kunden ist!“ In Zukunft soll daher auch die Zusammenarbeit mit benachbarten Straßen in der Altstadt verbessert werden. Eine Schwierigkeit für die IG ist, auf die Ansiedlung von Geschäften Einfluss zu nehmen. Denn die Vermietung läuft nicht koordiniert und gesteuert. Jeder Eigentümer macht das selbst und ohne Rücksprache mit der IG. „Oft sind die Läden schon neu vermietet, wenn der Altmieter noch drin ist. Wir bekommen das erst mit, wenn der neue Laden einzieht“, so Pahlke.

Die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel in der Lübecker Innenstadt sind nicht einfach. Die Altstadt lebt heute mehr vom Tourismus als von ihrer Versorgungsfunktion für die Lübecker Bevölkerung. Gab es hier früher noch viele große Arbeitgeber / Dienstleister, hat deren Fortzug zur Verlagerung von Kaufkraft geführt. Ein kontroverses Thema ist auch der Verkehr in der Altstadt, also Verkehrsführung, Parkplätze und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Teilweise langjährige Leerstände von Passagen und Kaufhäusern wirken negativ auf das Umfeld. Problematisch für den Handel in der Innenstadt sind zudem großflächige Einzelhandelsansiedlungen an der Peripherie mit einem breiten Warenangebot, kostenfreien Stellplätzen und einheitlichem Management. „Viele große Handelsunternehmen siedeln sich (zunächst) nicht in der Altstadt an, weil sie erstmal beobachten, wie sich die unterschiedlichen Standorte in der Stadt entwickeln“, weiß Olivia Kempke von Lübeck Management e.V.  Mit großem Engagement setzt sich dieser Zusammenschluss für die Förderung der Stadtentwicklung in der Hansestadt Lübeck ein. So wurde in 2015 ein Prozess gestartet, um auf lokalen Veranstaltungen im gemeinsamen Dialog mit den verschiedenen Akteuren eine Vision für die Stadtentwicklung zu erarbeiten.

Andreas Pahlke (IG Hüxstraße) auf der Veranstaltung „Gemeinsam 1a – Die Lübecker Hüxstraße“ am 27.1.2016 in Lübeck.

Angesichts der großen Herausforderungen für den stationären Einzelhandel, auch durch den Online-Handel, rät Andreas Pahlke den Händlern: „Wichtig ist vor allem, Kommunikation zu betreiben. Das unterscheidet den stationären Handel vom Online-Handel! Der Handel darf sich nicht mehr auf die reine Warenverteilung reduzieren – das funktioniert nicht mehr so wie früher. Kommunikation und sinnliche Erfahrungen sind von Bedeutung – das wollen die Kunden.“

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