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Dokumentation & Hintergründe
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Thema Shoppingcenter

Mercado und IKEA:

Win-Win in Altona?


Als das Mercado 1995 in Ottensen eröffnete gab es viel Protest gegen das Shoppingcenter, das am Standort eines Hertie-Kaufhauses neu gebaut wurde. Als IKEA fast 20 Jahre später auf der anderen Seite des Altonaer Bahnhofs ebenfalls am Standort einer ehemaligen Kaufhaus-Immobilie sein erstes innerstädtisches Möbelhaus realisiert hat, gab es wieder starken Protest. Heute sind die beiden bemerkenswerten Projekte akzeptiert und gut mit dem Stadtteil vernetzt.

Das Mercado ist weit mehr als ein rein funktionales Shoppingcenter. Neben 23.000 Quadratmeter Verkaufsfläche bietet es auch 75 Wohnungen, einen Kindergarten, Arztpraxen und die am stärksten frequentierte Stadtteil-Bücherhalle Hamburgs (s. Dokumentation & Hintergründe Hamburg). „Herzstück“ ist der Marktplatz mit seinen 30 Ständen und gastronomischen Betrieben. Besonderes Kennzeichen des Marktes ist die Individualität, die sich von den sonst ansässigen Filialisten abhebt. Zwei Markthändler sind Mieter der ersten Stunde, die vorher auf dem Ottenser Wochenmarkt ihre Stände hatten. Einer von ihnen ist der Biohändler Reinke – ein leidenschaftlicher Jäger, der im Mercado auch schon mal ins Jagdhorn bläst. Er engagiert sich gemeinsam mit anderen Händlern auch in der Geschäftsführung der Werbegemeinschaft. Jüngste Idee der Händler und des Centermanagement ist ein zentraler Lieferservice, der im Sommer starten soll.

  • »Wir sind einer von den vielen Händlern im Stadtteil.«
    (Christian Mollerus, IKEA)

  • »Ziel war es von Anfang an, ein lebendiges Haus zu schaffen«
    (Sven Ebert, Mercado)

Ziel war es von Anfang an, ein lebendiges Haus zu schaffen“, sagt Mercado-Centermanager Sven Ebert. „Wir sind der überdachte Marktplatz des Stadtteils. 93 % unserer Kunden kommen mit ÖPNV oder Rad. Die Hälfte kauft auch im Stadtteil.“ Beim jährlichen Stadtteilfest ALTONALE ist das Mercado seit vielen Jahren ein wichtiger Partner, weil die Vernetzung mit Kulturschaffenden und sozialen Einrichtungen ein wichtiges Anliegen ist. Aber es gibt auch wirtschaftliche Motive für die Beteiligung: „An den Veranstaltungswochenenden der ALTONALE haben wir Weihnachtsfrequenzen im Mercado“, so Ebert.

Großes Kundeninteresse verzeichnet auch IKEA in der Großen Bergstraße, fünf Minuten entfernt vom Altonaer Bahnhof. Ein Möbelhaus mitten in der Stadt und nicht wie üblich am Stadtrand neben der Autobahn? „Wir wissen, wir bauen große hässliche Kisten, die nicht innenstadtkompatibel sind!“ Einrichtungshauschef Christian Mollerus weiß von vielen Herausforderungen bei der Realisierung zu berichten. „Das Altonaer Haus musste anders konzipiert werden als üblicherweise. Es gab intensive Anforderungen aus dem Stadtteil. Und auch unternehmensintern musst er viel Überzeugungsarbeiten leisten, um die Freiräume zu bekommen, die er für diese Filiale braucht.“

Viele Erfahrungen hat er seit der Eröffnung im Sommer 2014 gesammelt: „80 % unserer Kunden kommen mit ÖPNV oder mit dem Rad. Einen Großteil der Parkplätze auf den Parkdecks werden nicht gebraucht. Viele Kunden kommen einmal im Monat. Das Restaurant hat sich längst zum Treffpunkt und Mittagstisch für den Stadtteil entwickelt.“

Impressionen von der Veranstaltung „Mal was anderes: Mercado und IKEA – Win–Win in Altona? am 28.1.2016  Uhr mit Sven Ebert (Centermanager Mercado) und Christian Mollerus (Einrichtungshauschef IKEA Altona) in der HafenCity Universität Hamburg.

Wenn Mollerus über die Nachbarschaft mit den Einzelhändlern in der Großen Bergstraße spricht, wird er ganz bescheiden: „Wir sind einer von den vielen Händlern im Stadtteil.“ Und ihm ist wichtig, im guten Kontakt mit den anderen Händlern zu sein – viele von ihnen sind inhabergeführte Geschäfte. In der Interessengemeinschaft Große Bergstraße sitzt er im Vorstand, um den Prozess der Veränderung mitzugestalten. „Es geht darum, Verbindungen mit und zu den anderen Händlern herzustellen. Und die Veränderungen langsam und geduldig zu befördern.“ Und auch hierfür muss er in seiner Unternehmenszentrale immer wieder um Verständnis werben und die eigentlich klaren Regeln und Vorgaben aufweichen. So sponsert IKEA eigentlich keine Kulturveranstaltungen und auch keine Weihnachtsbeleuchtungen – IKEA Altona macht das aber.

Das gemeinsame Ziel von beiden großen Geschäften ist, dass Zentrum von Altona rund um den Bahnhof zu stärken. Mercado und IKEA sind auch Grundeigentümer der Immobilien – das vergrößert im Vergleich zu anderen Geschäften natürlich auch ihre Handlungsmöglichkeiten.

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